Samtgemeinde Tostedt
 
 

Vorlage - 10.16/253  

Betreff: Überprüfung der Leistungsfähigkeit des Knotens B 75 / Harburger Straße
Status:öffentlich  
Federführend:FB Bauen und Planung   
Beratungsfolge:
Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss
23.07.2014 
Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss (offen)   
Samtgemeindeausschuss
Rat der Samtgemeinde Tostedt
30.09.2014 
Rat der Samtgemeinde Tostedt ungeändert beschlossen   
Anlagen:
Anlage Gutachten zur Leistungsfähigkeit am Knotenpunkt B 75 / Harburger Straße / Am Baggersee vom April 2014  

Sachverhalt:

 

Seit vielen Jahren sind die Verkehrsabläufe am Knotenpunkt der B 75 mit der Harburger Straße /Am Baggersee (Gemeindeverbindungsstraße 36) zunehmend problematisch. Ursächlich sind die allgemeine Verkehrszunahme in Kombination mit örtlichen Veränderungen wie der Besiedelung der Gartenstadt Heidloh, der Erschließung der Gewerbegebiete, dem Betrieb der Grüngutannahmestelle und der Einrichtung und Nutzung der Freizeit- und Sportanlagen am Baggersee. Der Knoten ist seit langem eine Unfallhäufungsstelle.

 

In 2006 hat die Gemeinde Tostedt ein Gutachten zur Verkehrssituation an diesem Knoten erstellen lassen und eine noch gerade ausreichende Kapazität festgestellt. Die Prognose für 2015 sah eine Überschreitung der Kapazitätsgrenze voraus. Diese Vorausschau konnte jedoch nicht die Sondereffekte berücksichtigen, die durch die Ausweitung des HVV- Tarifes, die Einrichtung weiterer P + R- Plätze Am Bahnhof und durch den 6- streifigen Ausbau der A1 eintreten und der Verkehrszunahme am betrachteten Knoten entgegenwirken würden.

 

Um die tatsächliche Entwicklung objektiv einschätzen zu können, hat die Gemeinde im Rahmen ihres Verkehrsentwicklungsplanes das Fachbüro Dr.- Ing.- Schubert aus Hannover mit einer Aktualisierung des Gutachtens aus 2006 beauftragt. Als Grundlage wurde an einem normalen Werktag im März 2014 Verkehrszählungen an dem Knoten durchgeführt und gutachterlich ausgewertet. Das Gutachten (ohne Anlagen) ist als Anlage 1 beigefügt. Es kommt zu dem Ergebnis, dass trotz der o.g. entgegenwirkenden Änderungen der Rahmenbedingungen eine deutliche Zunahme der Verkehrsbelastung des Knotens B 75 / Harburger Straße um rd. 5 % in den letzten 8 Jahren zu verzeichnen ist. Dadurch fällt die Qualität der Verkehrsabläufe in der Spitzenstunde (nachmittags) in die schlechteste Stufe F, was für diesen Zeitpunkt einer absoluten Überlastung des Knotens entspricht. Maßgebend für diese Einstufung ist die Wartezeit der aus der Harburger Straße in den Knoten einfahrenden Kfz. Die Wartezeiten steigen auf im Mittel über 60 Sekunden. Das Gutachten empfiehlt: „Im Hinblick auf die weitere Verkehrsentwicklung sollten Maßnahmen zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit eingeleitet werden.“

 

Zu befürchtende und z.T. schon zu beobachtende negative Effekte der vorhandenen Situation sind u.a. die Verlagerung der Verkehre in Nebenstrecken, z.B. durch die vorhandenen und noch geplanten Wohn- und Gewerbestraßen der Gartenstadt Heidloh. Auch ist eine erhöhte Risikobereitschaft der wartenden Verkehrsteilnehmer und damit eine weitere Steigerung der Unfallzahlen anzunehmen.

 

Die Verkehrsprobleme werden sich in den nächsten Jahren durch die weitere allgemeine Verkehrszunahme und durch eine weitere Bebauung im Umfeld des Knotens höchstwahrscheinlich weiter verschärfen. Abhilfe kann aus Sicht der Verwaltung nur durch Einrichtung eines Kreisverkehrsplatzes oder durch Bau einer Vollampel (LSA). geschaffen werden. Die Zuständigkeit hierfür liegt bei den betroffenen Straßenbaulastträgern, d.h. beim Bund, vertreten durch das Niedersächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr - Geschäftsbereich Lüneburg (NLStbV), für die B 75 und bei der Samtgemeinde für die Harburger Straße und die Straße Am Baggersee (GVStr. 36).

 

Ein Kreisel würde für die Seitenstraßen die größere Verbesserung bringen, da die Wartezeiten i.d.R. kürzer wären als bei einer LSA. Für die Ampelregelung sprechen aber die geringeren durchschnittlichen Reisezeitverluste auf der B 75, die vermutlich geringeren Herstellungskosten und vor allem die höhere Sicherheit bei den Radfahrern. Aufgrund der Frequentierung des Baggersees ist hier insbesondere in den Sommermonaten ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis für Radfahrer und Fußgänger gegeben. Im Rahmen einer Stellungnahme zur LSA Dohrener Weg / B 75 hat auch die Polizei die Ampelregelung des Knotens Harburger Straße / B 75 als erforderlich eingestuft.

 

Die Gemeinde Tostedt hat das Thema im Bau- und Wegeausschuss am 21.05. und im Verwaltungsausschuss am 05.06.2014 beraten. Der Gemeinderat fasste dann am 19.06. den folgenden Beschluss:

 

„Die Gemeinde Tostedt fordert die Samtgemeinde Tostedt auf, für den Knoten Harburger Straße / B 75 die Einrichtung einer Lichtsignalanlage als Vollampel beim Straßenbaulastträger der B 75 zu beantragen.“

 

 

Zu den Kosten der Maßnahme werden noch keine Angaben gemacht, da insbesondere unklar ist, wie stark der Knoten vor Einrichtung einer LSA umgebaut werden muss (Einrichtung und / oder Verlängerung von Abbiegespuren, Aufweitung und / oder Verschwenkung der Trompeten der Nebenstraßen) und wie der Kostenverteilungsschlüssel aussieht. Nach positivem Votum des SGR soll es hierzu Abstimmungsgespräche mit den Beteiligten geben und dann, evtl. nach Durchführung weiterer Voruntersuchungen durch das NLStbV, einen erneuten Beratungsgang in den Gremien der Samtgemeinde mit dem Ziel, möglichst zeitnah eine Vereinbarung zur Umsetzung der Maßnahme zu schließen.

 

Die Verwaltung schlägt vor, beim Bund die Einrichtung einer LSA zu beantragen.

 


Anlage/n:

Anlage/n:

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage Gutachten zur Leistungsfähigkeit am Knotenpunkt B 75 / Harburger Straße / Am Baggersee vom April 2014 (450 KB)