Samtgemeinde Tostedt
 
 

Vorlage - 10.16/252  

Betreff: Änderung und Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) 2025 für den Landkreis Harburg
hier: Stellungnahme der Samtgemeinde Tostedt
Status:öffentlich  
Federführend:FD Bauleitplanung   
Beratungsfolge:
Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss
23.07.2014 
Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss zurückgestellt   
Anlagen:
Anlage 1 RROP-Entwurf mit Legende  
Anlage 2 Ortsumgehung Tostedt / Wistedt  
Anlage 3 Windkraft Potentialflächen des Landkreises Harburg  

Sachverhalt:

 

Der Kreistag des Landkreises Harburg hat in seiner Sitzung am 05. Mai 2014 zum Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) die Durchführung der öffentlichen Auslegung und das Beteiligungsverfahren der Träger öffentlicher Belange beschlossen.

 

Für die Bürgerinnen und Bürger erfolgt die öffentliche Auslegung in der Zeit vom 23. Juni bis 22. August 2014. Die Unterlagen liegen in der Kreisverwaltung in Winsen/Luhe sowie im Rathaus der Samtgemeinde Tostedt aus. Zusätzlich erfolgt eine digitale Bereitstellung der Unterlagen auf der Internet-Seite des Landkreises Harburg. Bis zum 05. September 2014 (2 Wochen nach Ende der Auslegungszeit) kann jedermann schriftlich oder elektronisch Stellung zu dem Entwurf nehmen.

 

Mit Schreiben vom 16. Juni 2014 haben die Träger öffentlicher Belange (u.a. auch Samtgemeinde und Mitgliedsgemeinden) die Unterlagen zugesandt bekommen. Fristende zur Abgabe einer Stellungnahme ist in diesem Fall der 06. Oktober 2014.

 

Als Träger der Regionalplanung hat der Landkreis Harburg für sein Kreisgebiet ein RROP aufzustellen, in dem die angestrebte räumliche und strukturelle Entwicklung des Planungsraumes festgelegt wird. Entsprechend der „Laufzeit bzw. Gültigkeit“ wird die Planung nun RROP 2025 genannt.

Die eingetretenen Veränderungen in den raumordnerischen Randbedingungen seit der Aufstellung des RROP 2000/2007 sowie die Neuaufstellung des Landesraumordnungsprogramms 2008/2012 machen eine grundsätzliche Überarbeitung notwendig. Es handelt sich thematisch um eine vollständige Neuaufstellung des RROP.

 

Das RROP bildet die Grundlage für die Koordinierung aller raumbeanspruchenden und raumbeeinflussenden Fachplanungen und –maßnahmen. Es werden die Ziele und Grundsätze

-          zur „gesamträumlichen Entwicklung des Landkreis Harburg und seiner Teilräume“,

-          zur „Entwicklung der Siedlungs- und Versorgungsstruktur“,

-          zur „Entwicklung der Freiraumstrukturen und Freiraumnutzungen“ und

-          zur „Entwicklung der technischen Infrastruktur und der raumstrukturellen Standortpotentiale“ dargestellt.

 

Die Ziele der Raumordnung sind von den öffentlichen Stellen bei ihren raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen zu beachten; für die Samtgemeinde Tostedt und den Mitgliedsgemeinden besteht eine Anpassungspflicht an das RROP.

Daher ist es wichtig zu überprüfen, ob der RROP-Entwurf genügend „Handlungsspielraum“ für zukünftige Planungen und gemeindliche Entwicklungsziele zulässt.

 

Der RROP-Entwurf besteht aus

-          zeichnerischen Festlegungen,

-          textlichen Festlegungen,

-          Begründung und

-          Umweltbericht.

 

Die Planzeichnung zum RROP-Entwurf mit der Legende liegt als Anlage 1 der Sitzungsvorlage bei (2 Seiten).

 

In der Planzeichnung wird die Gemeinde Tostedt weiterhin als Grundzentrum mit den Schwerpunkten „Sicherung und Entwicklung von Wohnstätten“ und „Sicherung und Entwicklung von Arbeitsstätten“ festgelegt.

In einem Grundzentrum sind die zentralörtlichen Einrichtungen und Angebote für den allgemeinen täglichen Bedarf zu sichern und zu entwickeln. Außerhalb der zentralen Orte (= Mitgliedsgemeinden) sind die Einrichtungen und Angebote (lediglich) zur wohnortbezogenen Nahversorgung zu sichern und zu erhalten.

 

In der Begründung werden als „Ausnahmefälle“ u.a. die Gemeinden Handeloh und Heidenau genannt:

„Im Bereich unterhalb der Grundzentren gibt es im Kreisgebiet mehrere Orte oder Ortsteile, deren Angebot deutlich über die reine Nahversorgung hinausgeht, für die Festlegung eines weiteren zentralen Ortes nicht ausreichend ist. Als Beispiel hierfür sind die im Einzelhandelskonzept untersuchten Standorte Moisburg, Egestorf, Ramelsloh und Wulfsen/Garstedt zu nennen oder aber Orte wie Heidenau und Handeloh. Auf eine zusätzliche Festlegung dieser Orte als so genannte „Kleinzentren“ wurde jedoch verzichtet, da die Übergänge hier fließend sind und oftmals stark abhängig von einzelnen Anbietern, deren Wegfall umgehend zum Zusammenbruch dieses Kleinzentrums führen würde oder könnte.

Diese Orte stellen wichtige Konzentrationspole der Nahversorgung dar, deren Einzugsbereiche in der Regel mehrere Nachbarorte mit abdecken und vereinzelt weitere Einrichtungen der Daseinsvorsorge vorhalten. Sie sind in ihrem Bestand zu halten und den wandelnden Anforderungen anzupassen, ohne dabei die Schwelle zum großflächigen Handel zu verletzen. Eine adäquate Erreichbarkeit mit dem Rad und dem ÖPNV aus den umliegenden Orten soll weitestgehend sichergestellt werden.“ (Begründung; S. 45).

 

Die weitere Siedlungsentwicklung ist auf die zentralen Siedlungsgebiete (= Grundzentrum Tostedt) zu konzentrieren. „Sie umfassen den baulichen Kernbestand des jeweiligen Hauptortes sowie ggf. weitere Stadt- bzw. Ortsteile. Hintergrund ist die Stärkung kompakter Siedlungsstrukturen sowie die bestmögliche Auslastung bestehender Verkehrs- und Versorgungsstrukturen.“ (Begründung; S. 30).

Für die Mitgliedsgemeinden gilt hinsichtlich der Siedlungsentwicklung weiterhin die sog. Eigenentwicklung.

In der Begründung wird hierzu nun erstmals ein konkreter Maßstab von 5 % der im F-Plan dargestellten Nettobaulandfläche genannt. Als Zeitpunkt wird der Satzungsbeschluss zum RROP festgelegt und als Gültigkeit der Zeitraum bis zum Jahr 2025 genannt:

„Der örtliche Bedarf der Eigenentwicklung kann anhand verschiedener Parameter, wie z.B. Wohneinheiten oder Siedlungsfläche, festgemacht werden. In der Vergangenheit hat die Berechnung der Eigenentwicklung immer wieder zu Interpretationsschwierigkeiten auf der Ebene der Bauleitplanung geführt. Der Landkreis hat sich daher im Sinne einer Gleichbehandlung aller Gebietskörperschaften entschieden, die bestehende Nettobaulandfläche zum Zeitpunkt des Satzungsbeschlusses des RROP heranzuziehen. Maßstab ist dabei der Flächennutzungsplan. Auf dessen Basis ist ein Flächenzuwachs in den einzelnen Orten von bis zu 5 % im Zeitraum bis zum Jahr 2025 zulässig. Die prozentuale Begrenzung gewährleistet den hinsichtlich ihrer Größe unterschiedlichen Orten jeweils angemessene Spielräume und ermöglicht die Berücksichtigung der jeweiligen Siedlungsdichte. Der Wert von 5 % ist auch in den zurückliegenden 2-3 Jahrzehnten, welche noch von deutlich höherem Einwohnerwachstum geprägt waren, nur von wenigen der nun betroffenen Orte überschritten worden.

Die Nettobaulandfläche umfasst auf Ebene der zwölf Einheits- und Samtgemeinden jeweils alle Ortsteile mit Ausnahme deren, die zum Zentralen Siedlungsgebiet zählen. Sie beinhaltet nicht nur die bereits bebauten und erschlossenen Bereiche eines Ortes, sondern schließt darüber hinaus auch weitere, bauleitplanerisch gesicherte Flächen mit ein. Sofern also Siedlungserweiterungen allein auf im F-Plan bereits dargestellten Flächen erfolgen, ist das gewährte Eigenentwicklungspotential noch nicht berührt. Dies gilt auch, soweit Baurechte zurückgenommen werden und an andere Standorte verlagert werden.“ (Begründung; S. 30).

 

Als Vorranggebiet Haupteisenbahnstrecke wird die Expresslinie Hamburg-Bremen mit der Anbindung in Tostedt dargestellt. Auf dieser Trasse soll teilweise auch die Neubaustrecke Bremen/Hamburg – Hannover („Y-Trasse“) verlagert werden (250 bis 300 km/h). Zur Y-Trasse und den Auswirkungen auf die Nebenbahnstrecken wird in der Begründung folgendes beschrieben:

„Die Y-Trasse ist im LROP räumlich im Bereich westlich Tostedt-Walsrode-Hannover festgelegt. Auf Grund der seit der Festlegung der Trasse im Raumordnungsverfahren eingetretenen Veränderungen erfolgt derzeit eine Neubewertung der ursprünglichen Trassenvarianten. Die Variantenprüfung erfolgt unabhängig vom laufenden Aufstellungsverfahren zum RROP 2025. Die bisherige Trassenlage westlich des Landkreises im durch das LROP festgelegten Verlaufs würde auf der Strecke Hamburg-Winsen-Lüneburg-Uelzen-Celle-Hannover sowohl für den Nahverkehr- wie auch für den Güterverkehr zusätzliche Kapazitäten eröffnen. Andererseits wird die Strecke Tostedt-Buchholz soweit ausgelastet, dass erhebliche Anstrengungen notwendig werden, die bestehende Vertaktung des SPNV bedarfsgerecht zu verdichten. Zumindest eine teilweise Entlastung ergibt sich allerdings durch die geplante Reaktivierung der Bahnstrecke Buchholz-Jesteburg-Maschen-Hamburg. Die landesplanerisch festgelegte Y-Trasse bietet zudem die Chance, auf einen Ausbau der Nebenbahnstrecken für den Güterverkehr zu verzichten. Die Ortschaften entlang der Nebenbahnstrecke sind nicht auf eine Ausweitung des Bahnverkehrs eingestellt, so dass Siedlungsbereiche von einer Zunahme der Eisenbahnimmissionen erheblich betroffen wären.“ (Begründung; S. 146).

 

Als Vorranggebiet Sonstige Eisenbahnstrecke wird die Strecke Buchholz-Soltau („Heidebahn“) dargestellt. Zu dieser Strecke wird auf Seite 150 erklärt:

„Die Reisezeiten auf der Strecke werden durch Ausbaumaßnahmen in Zukunft besser und die Strecke so an Attraktivität gewinnen. Zur weiteren Attraktivitätssteigerung ist eine Verlängerung der Strecke über den Bahnhof Buchholz hinaus bis zum Hauptbahnhof Hamburg notwendig, so dass eine umsteigfreie Verbindung in die Metropole Hamburg entsteht.“ (Begründung; S. 150/151).

Gleichzeitig wird zum langfristigen Erhalt der Bahnhöfe auf Seite 147 der Begründung aber ausgeführt:

„Zur langfristen Sicherung der Bahnhöfe Wintermoor, Büsenbachtal und Suerhop muss das Passagieraufkommen gesteigert werden. Nach der Modernisierung der Strecke und der Fahrzeuge bedarf es dazu flankierender Maßnahmen im Einzugsgebiet der Bahnhöfe.“ (Begründung; S. 147).

Als Vorranggebiet Sonstige Eisenbahnstrecke wird ebenso die Strecke Tostedt-Zeven dargestellt.

 

Bezüglich des Straßenverkehrs wird im RROP-Entwurf die Ortsumgehung Tostedt/Wistedt im Zuge der B 75 festgelegt. In der Begründung heißt es hierzu:

„Zur Entlastung der stark beeinträchtigten Ortschaften Tostedt und Wistedt und zur Beschleunigung des Verkehrs sowie positiver Umwelteinwirkungen wird die Trasse einer Ortsumgehung nördlich der Orte regionalplanerisch gesichert und als Vorbehaltsgebiet Hauptstraße festgelegt. Im Planfeststellungsverfahren wird der genaue Trassenverlauf festgelegt. Je nach Variante ist eine Entlastung der Ortsdurchfahrten um bis zu 7.000 kfz/24 h prognostiziert.“ (Begründung; Seite 157).

 

Zur Trassenführung der OU hat es am 29. Mai 2008 eine Bereisung der Fachausschuss-Mitglieder gegeben. Im Rahmen der Bereisung wurde vorgeschlagen, im Bereich nördlich von Tostedt einen weiteren Bogen um den Friedhof und um die „Kohlhöfen-Siedlung“ zu wählen. Der Campingplatz am Wüstenhöfener Weg solle nördlich („außerhalb“) der Trasse verbleiben. Im Bereich von Wistedt wird die Trasse dann entlang der 110 kv-Hochspannungsleitung fortgesetzt, wobei die Möglichkeit bestehen solle, den Trassenverlauf auch durch zwei separate Umgehungen der Orte zu realisieren. Weiterhin wurde eine Anbindung der OU zum Kreuzungsbereich B 75 / Harburger Straße / Am Baggersee favorisiert.

Die Anlage 2 (2 Seiten) stellt die Abschnitte / Phasen des gesamten Streckenverlaufs dar. Diese Anregungen zu Trassenführung wurden bislang nicht berücksichtigt.

In der Stellungnahme zum nun vorliegenden RROP-Entwurf sollte aus Sicht der Verwaltung diese Anregungen erneut vorgebracht werden.

 

Für einzelne Orte / Ortschaften wurden neue bzw. geänderte Entwicklungsschwerpunkte festgelegt.

Die Ortschaft Bötersheim wird erstmalig als „Standort besondere Entwicklungsaufgabe Erholung“ dargestellt. Als Entwicklungsaufgabe Erholung wird nunmehr auch die Ortschaft Wörme dargestellt (ehemals Standort mit der besonderen Entwicklungsaufgabe Fremdenverkehr). Die Entwicklungsaufgabe Fremdenverkehr wurde vollständig gestrichen und wird nun als „Standort besondere Entwicklungsaufgabe Tourismus“ festgelegt. Diese neue Entwicklungsaufgabe Tourismus gilt für den Ort Handeloh und die Ortschaft Inzmühlen.

Ebenfalls neu in die Planzeichnung aufgenommen wurde die Schwerpunktaufgabe „Arbeiten“ an der Autobahnanschlussstelle Heidenau. Zur konkreten Ausdehnung und Zielsetzung ist der Begründung zu entnehmen: „Diese beschränken sich räumlich auf den direkten Umgebungsbereich der jeweiligen Anschlussstelle bis zu einer Entfernung von etwa 1 km. An diesen drei Standorten sind aufgrund ihrer besonderen Lage vorrangig Logistikbetriebe und sonstige großflächige Gewerbebetriebe anzusiedeln. Im Vordergrund der Ansiedlung steht das Raumziel der wirtschaftlichen Ausnutzung der verkehrlichen Standortgunst. Es ist darauf zu hinzuwirken, dass durch die entstehende Branchenmischung Gewerbestandorte in den zentralen Orten nicht beeinträchtigt werden.“ (Begründung; S. 34).

 

An der BAB A1 ist neu in die Planzeichnung ein „Vorranggebiet Windenergienutzung“ eingefügt. Zur kreisweiten Suche nach geeigneten Vorranggebieten für die Errichtung von WEA hat der Landkreis Harburg vier aufeinanderfolgende Phasen mit verschiedenen Ausschlusskriterien durchgeführt, um neue Standorte und/oder Erweiterungsmöglichkeiten bestehender WEA-Standorte festlegen zu können. Es ist festzustellen, dass die einzuhaltenden Abstände zu Wald, zu klassifizierten Straßen etc. sehr massiv verringert wurden (z.B. Abstand zum Wald anstatt 200 m nunmehr 60 m, Abstand zu Straßen anstatt 150 m nunmehr 20 m bzw. 40 m).

Nach Anwendung von „harten“ und „weichen Tabu-Zonen“ sowie der Überprüfung werden im vierten Verfahrensschritt die Potentialflächen auf ihre tatsächliche Eignung im Rahmen einer Einzelflächenabwägung überprüft.

Diese verbleibenden Potentialflächen sind der Anlage 3 zur SiVo zu entnehmen. Nach der Einzelflächenbeurteilung wurden die im Bereich Heidenau verbleibenden Potentialflächen TO_01, TO_02, TO_04, TO_05, TO_06, TO_07 nicht weiter berücksichtigt. Die Zurückstellung dieser Potentialflächen erfolgte tw. aus Gründen der Avifauna bzw. des Landschaftsbildes; tw. erfolgte die Zurückstellung der Potentialflächen, um eine Bedrängung der Ortslage Heidenau (Nordosten, Osten, Südosten) zu vermeiden. Die Anlage 3 zeigt die Potentialflächen vor Durchführung der Einzelflächenabwägung.

Die Potentialfläche TO_03 wurde somit als „Vorranggebiet Windenergienutzung“ ausgewiesen. Der Landkreis Harburg betrachtet diesen neuen Standort im Gemeindegebiet Heidenau zusammen mit einer angrenzenden Fläche im Bereich der Samtgemeinde Hollenstedt. Beide Vorranggebiete ermöglichen 6 WEA-Anlagen (4 WEA-Anlagen SG Hollenstedt; 2 WEA-Anlagen SG Tostedt; vgl. Begründung; S. 184).

 

Aufgrund geänderter Abstände zu angrenzenden Nutzungen wurden die bestehenden WEA-Standorte in Wüstenhöfen und Heidenau-Ost vergrößert, dadurch können planerisch mehr Anlagen errichten werden („Die Fläche TO_08 stellt eine Vergrößerung der bestehenden Eignungsfläche Heidenau dar (von 4 auf 7 Anlagen). Die Fläche TO_09 stellt eine Veränderung der bestehenden Eignungsfläche Wüstenhöfen ohne eine Veränderung der Anlagenzahl (4 Anlagen) dar.“ (Begründung; S. 209)).

 

Nach Einschätzung der Verwaltung bestehen keine Bedenken gegen die vorgenommene Darstellung Vorranggebiet Windenergienutzung im Bereich nördlich der BAB A1. Die häufig befürchtete Umzingelung des Ortes Heidenau mit WEA ist an diesem Standort nicht gegeben. Der Standort nördlich der BAB verursacht die geringsten Konfliktpunkte für die Bürgerinnen und Bürger und beeinträchtigt nicht die Entwicklungsmöglichkeiten des Ortes.

Der Verwaltung ist bekannt, dass die Gemeinde Heidenau (ebenso) eine Windkraft-Fläche südlich der BAB A1 favorisiert. Somit könnten beiderseits der BAB Streifen mit WEA entstehen. Der Landkreis Harburg hat den Bereich südlich der BAB („Mastbruch“) als „Vorranggebiet Grünlandentwicklung“ ausgewiesen. Da sämtliche Vorranggebiete als „harte Tabu-Zonen“ eingestuft werden (vgl. Begründung; S. 165) sind diese gleichzeitig Ausschlusskriterien, die nicht der Abwägung zugänglich sind.

Der Bereich „Mastbruch“ südlich der BAB ist nach der Methodik des Landkreises somit bereits im 1. Schritt / Phase zurückgestellt worden.

 

Im zeichnerischen Abgleich zwischen dem RROP-Entwurf und dem F-Plan der Samtgemeinde Tostedt wird erkennbar, dass an verschiedenen Stellen die Darstellungen des F-Plans „überplant“ werden. Der F-Plan der Samtgemeinde Tostedt findet im vorliegenden RROP-Entwurf somit nicht durchgängig Berücksichtigung.

Dies betrifft sowohl bereits wirksame Darstellungen als auch eingeleitete Änderungsverfahren, die sich noch im Bauleitplan-Verfahren befinden. Weiterhin betrifft es unbebaute und auch bebaute Siedlungsbereiche.

Die folgende Auflistung der Überlagerungen ist unterteilt auf die einzelnen Teilpläne.

Teilplan 1- Dohren:

  • Unbebaute Fläche Wiesenstraße (3. Änderung, Teilfläche 4); Darstellung als Vorbehaltsgebiet Natur und Landschaft

Teilplan 2- Handeloh:

  • Vorhandene Wohnbebauung Am Hemberg/Schulwald; Darstellung als Vorranggebiet Natur und Landschaft und Vorbehaltsgebiet Erholung
  • Vorhandene Bebauung Inzmühlen / Jugendherberge; Darstellung als Vorbehaltsgebiet Natur und Landschaft und Vorbehaltsgebiet Erholung

Teilplan 3- Heidenau:

  • Gewerbliche Bauflächen an der K 15/BAB A1 (1. Änderung, Änderungsfläche 1); Darstellung als Vorbehaltsgebiet Natur und Landschaft und Vorbehaltsgebiet Landwirtschaft
  • Reitanlage Everstorfermoor; teilweise Darstellung als Vorbehaltsgebiet Natur und Landschaft und Vorbehaltsgebiet Erholung
  • Biogasanlage Fuchswinkel (6. Änderung); Darstellung als Vorbehaltsgebiet Natur und Landschaft und Vorbehaltsgebiet Landwirtschaft

Teilplan 4- Kakenstorf:

  • Unbebaute Fläche Am Sportplatz (1. Änderung, Änderungsfläche 3); Darstellung als Vorbehaltsgebiet Erholung und Vorbehaltsgebiet Landwirtschaft

Teilplan 5- Königsmoor:

  • Bereich Dorfgemeinschaftshaus, Gewerbebetrieb (1. Änderung, Änderungsfläche 2); Darstellung als Vorranggebiet Grünlandbewirtschaftung, Vorbehaltsgebiet Erholung und Vorbehaltsgebiet Landwirtschaft

Teilplan 6- Otter

  • Vorhandene Wohnbebauung Ohnhorstblick / Kiebitzpark (4. Änderung, Teiländerungsfläche 2); Darstellung als Vorbehaltsgebiet Natur und Landschaft, Vorbehaltsgebiet Landwirtschaft und Vorbehaltsgebiet Erholung
  • Unbebaute Fläche Bruchweg (4. Änderung, Teiländerungsfläche 4); Darstellung als Vorbehaltsgebiet Natur und Landschaft und Vorbehaltsgebiet Erholung
  • Vorhandene Wohnbebauung bis Ende Bergstraße (4. Änderung, Teiländerungsfläche 7); Darstellung als Vorbehaltsgebiet Natur und Landschaft und Vorbehaltsgebiet Erholung
  • Geplantes Feuerwehrgerätehaus Todtshorner Weg (5. Änderung); Darstellung als Vorbehaltsgebiet Natur und Landschaft und Vorbehaltsgebiet Erholung

Teilplan 7- Tostedt:

  • Unbebaute Fläche Kronskamp / Auf der Timmhorst; Darstellung als Vorranggebiet Natur und Landschaft und Vorbehaltsgebiet Erholung
  • Vorhandene Bebauung Schaafheide (9. Änderung); Darstellung als Vorbehaltsgebiet Natur und Landschaft und Vorbehaltsgebiet Erholung
  • Bereich Baggersee (12. Änderung); Darstellung als Vorbehaltsgebiet Natur und Landschaft und Vorbehaltsgebiet Erholung

Teilplan 8- Welle

  • Unbebaute Fläche Hempheide; Darstellung als Vorbehaltsgebiet Natur und Landschaft und Vorbehaltsgebiet Erholung

Teilplan 9- Wistedt:

  • Unbebaute Fläche zwischen Auf der Fahlhorst und Stockenweg (eingeleitete 5. Änderung); Darstellung als Vorbehaltsgebiet Natur und Landschaft, Vorbehaltsgebiet Erholung und Vorbehaltsgebiet Landwirtschaft.

 

Zur Rechts- und Planungssicherheit ist aus Sicht der Verwaltung auf die zeichnerischen Überlagerungen in der Stellungnahme hinzuweisen, damit keine Widersprüche zwischen dem zukünftigen RROP und den teilweise wirksamen Darstellungen des F-Plans entstehen können.

 

Die Verwaltung weist insbesondere darauf hin, dass die Samtgemeinde Tostedt zusammen mit der Gemeinde Heidenau am Dienstag, dem 22. Juli 2014 zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung bezüglich des RROP-Entwurfes einladen.

Die Veranstaltung findet in Heidenau, Gasthaus Burmester, Everstorfer Straße 7 statt. Beginn der Veranstaltung ist 19.00 Uhr; Vertreter des Landkreises Harburg werden anwesend sein und den RROP-Entwurf erläutern sowie für Rückfragen zur Verfügung stehen. Auf die Informationsveranstaltung wird in einer gesonderten Bekanntmachung ergänzend hingewiesen.

 


Anlage/n:

Anlage/n:

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1 RROP-Entwurf mit Legende (3844 KB)      
Anlage 2 2 Anlage 2 Ortsumgehung Tostedt / Wistedt (619 KB)      
Anlage 3 3 Anlage 3 Windkraft Potentialflächen des Landkreises Harburg (574 KB)