Samtgemeinde Tostedt
 
 

Vorlage - 02.17/100  

Betreff: Bebauungsplan "Amselweg-Ost"
a) Beschluss über die Abwägungsergebnisse der frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung
b) Beschluss zur Öffentlichkeitsbeteiligung gem. § 3 (2) BauGB und Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gem. § 4 (2) BauGB
Status:öffentlich  
Federführend:02 Gemeinde Handeloh   
Beratungsfolge:
Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Handeloh Vorberatung
15.08.2019 
Sitzung des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses der Gemeinde Handeloh      
Verwaltungsausschuss der Gemeinde Handeloh Vorberatung
Rat der Gemeinde Handeloh Entscheidung
10.09.2019 
Sitzung des Rates der Gemeinde Handeloh (offen)     
Anlagen:
17-100 Anlage I neu B-Plan Amselweg-Ost - Entwurf Planzeichnung und textliche Festsetzungen Juli 2019_2  
SV 17-100 Anlage II Städtebaulicher Entwurf Amselweg-Ost  
17-100 Anlage III Abwägungsvorschläge frühzeitige Beteiligung  

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Beschlussvorschlag:

1. Die Abwägungsvorschläge zu den im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung abgegebenen Stellungnahmen werden beschlossen.

 

2.  Der Entwurf des Bebauungsplanes (Stand: Juli 2019) wird gebilligt. Auf dieser Grundlage wird die öffentliche Auslegung gemäß § 3 (2) BauGB durchgeführt. Gleichzeitig werden die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gemäß § 4 (2) BauGB an der Planung beteiligt.

 

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Sachverhalt:

Es wird auf die Sitzungsvorlage 17-043a vom 29.10.2018 verwiesen.

Im Vorfeld wurden zwei städtebauliche Entwürfe mit unterschiedlichen Erschließungsvarianten (Mittelerschließung und Erschließung im Osten des Plangebietes) entwickelt. Die frühzeitige Beteiligung der Behörden und die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung wurden auf der Grundlage dieser beiden Erschließungsvarianten im März / April 2019 durchgeführt und hier zur Diskussion gestellt.

U.a. aufgrund der vorgebrachten Stellungnahmen von Seiten der Träger öffentlicher Belange, die die Variante 1 befürworten, schlägt das Planungsbüro Patt vor, diese Variante als Grundlage für den nun zur Diskussion vorgelegten Entwurf des Bebauungsplanes weiter zu verfolgen.

 

Abwägung frühzeitige Beteiligungen

Die eingegangenen Stellungnahmen sind in der Anlage mit einem Abwägungsvorschlag aufgelistet.

Folgt der Rat den beiliegenden Abwägungsvorschlägen zu den Stellungnahmen der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange, ergeben sich folgende Änderungen bzw. Ergänzungen:

- Austausch der Kartengrundlage, Quellvermerk

- bei der Erstellung der textlichen Festsetzungen sind Hinweise zu Erdwärmeanlagen / Brunnen sowie Bodendenkmalen zu ergänzen

- bei der Erstellung der Begründung sind Hinweise zu Erdwärmeanlagen / Brunnen, Bodendenkmalen, zur Umsiedlung der Waldeidechse sowie zur Oberflächenentwässerung zu ergänzen

Aufgrund der Hinweise der Unteren Naturschutzbehörde wurde vom Investor und in Abstimmung mit dem Kreisnaturschutzbeauftragten Herrn Dr. Hamann zwischenzeitlich ein Biologe mit der Umsiedlung einer Population der Waldeidechse beauftragt, die sich innerhalb des Plangebietes befindet.

 

Festsetzungen im Bebauungsplan

Es wird ein allgemeines Wohngebiet mit maximal 2 Wohnungen pro Wohngebäude festgesetzt. Gemäß textlicher Festsetzung Nr. 1 werden verkehrsintensivere Nutzungen bzw. lärmintensivere Nutzungen, die die Bestandsgebäude am Amselweg beeinträchtigen könnten, hier ausgeschlossen bzw. nur für ausnahmsweise zulässig erklärt.

Die Erschließung des Plangebietes erfolgt über eine Verlängerung des Amselweges, die in einer Wendeanlage für Pkw mündet.

Von dieser Wendeanlage führt ein 4 m breiter Fuß- und Radweg bis zum Mergelweg, der auch von Rettungsfahrzeugen und Müllfahrzeugen befahren werden kann. Es ist geplant einen umlegbaren Poller am Ende der Wendeanlage zu installieren um eine Durchfahrung für Pkw auszuschließen.

Die Grundflächenzahl (GRZ) von 0,2, eine eingeschossige Bauweise mit Einzelhäusern sowie eine Mindestgrundstücksgröße von 1.000 m² orientieren sich an den für Handeloh üblichen Grundstücksgrößen und Dichte der Bebauung.

Aufgrund der Nähe der Bahntrasse werden im Bebauungsplan Lärmschutzmaßnahmen notwendig um die Sicherstellung gesunder Wohnverhältnisse zu gewährleisten. An der nordöstlichen Grenze des WA wird eine Lärmschutzanlage festgesetzt, die entweder als Lärmschutzwand oder als Lärmschutzwall-Wand-Kombination erstellt werden kann und die zu begrünen ist. Auch die sonstigen Empfehlungen des Lärmgutachters (Ausrichtung der Aufenthaltsräume, Dämmung der Außenbauteile, Lüftungseinrichtungen, Lage der Außenwohnbereiche) werden im Bebauungsplan berücksichtigt. Für den im B-Plan mit (A) gekennzeichneten Bereich wird zudem aufgrund der Lärmimmissionen der Bahn eine eingeschossige Bungalowbauweise festgesetzt. Die Nutzung des Dachgeschosses als Aufenthaltsraum ist hier ausgeschlossen.

Um vegetationslose Steingärten im Vorgartenbereich zwischen Erschließungsstraße und Wohngebäude auszuschließen, wird durch eine textliche Festsetzung geregelt, dass diese Bereiche zu mindestens 70 % zu begrünen sind.

Im Südosten wird eine Fläche im Anschluss an das WA als private Grünfläche „Garten/Wiese/Gehölzpflanzung“ festgesetzt, die aufgrund der Nähe zur Bahntrasse nicht mehr als Baufläche genutzt werden kann. Die Flächen können von den westlich angrenzenden Wohngrundstücken als Garten genutzt werden.

Das im Süden des Plangebietes vorhandene Feldgehölz wird erhalten und über eine Fläche für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft dauerhaft gesichert. Die hier vorhandenen standortgerechten und heimischen Laubgehölze sind bei Abgängigkeit zu ersetzen.

Die Eingriffsbilanzierung kommt zu dem Ergebnis, dass der ermittelte Eingriff nicht vollständig im Plangebiet ausgeglichen werden kann. Es verbleibt ein naturschutzrechtliches Defizit von 13.563 Wertpunkten, welches durch externe Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen werden muss. Planerseitig wird vorgeschlagen, analog zum B-Plan Wörmer Straße das Defizit durch eine Beteiligung an der Ökopoolfläche der Friedrich Vorwerk KG (GmbH und Co.) auszugleichen. Hierzu muss der Erschließungsträger spätestes bis zum Satzungsbeschluss einen entsprechenden Vertrag mit der Friedrich Vorwerk KG abschließen und dem Rat vorlegen.

In der Bauausschusssitzung wird ein Vertreter des Planungsbüros für Fragen und Erläuterungen zur Verfügung stehen.

 

 

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Finanzielle Auswirkungen:

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Keine finanziellen Auswirkungen

 

Finanzielle Auswirkungen

 

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Anlage/n:

  • Abwägung zur frühzeitigen Öffentlichkeits- und TÖB-Beteiligung
  • Städtebaulicher Entwurf
  • Entwurf des Bebauungsplanes „Amselweg-Ost“ mit Planzeichnung und textlichen Festsetzungen

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 17-100 Anlage I neu B-Plan Amselweg-Ost - Entwurf Planzeichnung und textliche Festsetzungen Juli 2019_2 (762 KB)      
Anlage 2 2 SV 17-100 Anlage II Städtebaulicher Entwurf Amselweg-Ost (119 KB)      
Anlage 3 3 17-100 Anlage III Abwägungsvorschläge frühzeitige Beteiligung (157 KB)