Samtgemeinde Tostedt
 
 

Auszug - Bebauungsplan Nr. 64 "Baggersee" a.) Beschluss zur Durchführung der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 3 Abs. 1 BauGB b.) Beschluss zur Durchführung der vorgezogenen Behördenbeteiligung gemäß § 4 Abs. 1 BauGB  

Planungs- und Umweltausschuss
TOP: Ö 9
Gremium: Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde Tostedt Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Di, 15.07.2014 Status: öffentlich
Zeit: 18:00 - 20:41 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungsraum
Ort: Schützenstraße 26 a, 21255 Tostedt
07.16/145 Bebauungsplan Nr. 64 "Baggersee"
a.) Beschluss zur Durchführung der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 3 Abs. 1 BauGB
b.) Beschluss zur Durchführung der vorgezogenen Behördenbeteiligung gemäß § 4 Abs. 1 BauGB
   
 
Status:öffentlich  
Federführend:FD Soziales   
 
Wortprotokoll
Beschluss

Herr Zahn bittet Herrn Hoops vom Todtglüsinger Sportverein (TSV) die Planungen hinsicht­lich des Standortes des Vereinsgebäudes vorzustellen.

 

Herr Hoops stellt anhand eines Übersichtsplanes den vorherigen und den neuen Standort des Vereinsgebäudes vor. Er erläutert die Notwendigkeit für den Bau dieses Gebäudes. Von Herrn Hoops wird der Grundriss mit den jeweiligen Nutzungen vor­gestellt. Er erklärt, dass im Untergeschoss eine kleine Hausmeisterwohnung vorge­sehen ist.

 

Herr Allwardt äußert Bedenken hinsichtlich des Standortes und der geplanten Di­mension des Vereinshauses im Außenbereich. Anderen Bürgern wird es verboten im Außenbereich zu bauen. Er kritisiert, dass das Gebäude nichts mit dem Badebe­trieb am Baggersee zu tun hat.

 

Herr Netzel bemängelt, dass bisher keine Begründung zum Bebauungsplanentwurf erarbei­tet werden konnte. Des Weiteren fehlen ihm Angaben darüber, wie das Vor­haben in das RROP integriert werden kann. Herr Netzel spricht die Bereiche Bo­denabbau und Rekultivie­rungsflächen an. Hier fehlen Angaben zu vertraglichen Re­gelungen zwischen der Firma Rosenbrock und dem TSV. Er hat sich den Rekultivie­rungsplan angesehen und festgestellt, dass danach der Baggersee als Stillgewässer vorgesehen ist. Dadurch ergibt sich eine andere Bewertung.

Grundlagen zum Umweltbericht liegen nicht vor.

 

Herr Seute stimmt den Aussagen von Herrn Netzel zu. Er erklärt, dass die von Herrn Netzel angesprochenen Themen nicht vom TSV oder der Verwaltung ausgearbeitet werden können. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass der TSV ein Planungsbüro be­auftragt.

Es sollte zunächst abgewartet werden, was bei den beiden ersten Verfahrensschrit­ten an Stellungnahmen eingehen werden, um den Bedarf an Ermittlungen/Gutachten festzulegen. Die Abbaufläche wird im RROP beibehal­ten, da hier eine Verlängerung der Abbaugenehmi­gung beim Landkreis Harburg be­antragt worden ist. 

 

Herr Degen hält es für nicht verkehrt am Baggersee Sportflächen zu zentralisieren. Er traut dem TSV eine sinnvolle und ökologische Nutzung zu.

 

Herr Holst ist überrascht über die Größe des geplanten Vereinshauses und verweist auf die Stellungnahme des AKN.

 

Herr Zeidler begrüßt es, dass der TSV den Bürgern von Tostedt die Flächen am Baggersee zur Erholung, Sport und Spiel zur Verfügung stellt. Aus seiner Sicht ist dort viel Natur vor­handen. Herr Zeidler kann sich auf diesem Gelände eine sog. Mischnutzung vorstellen.

 

Herr Koslowski berichtet, dass derzeit nur in den Sommermonaten am Baggersee Badebe­trieb ist und die restliche Zeit des Jahres dort Ruhe herrscht. Jetzt sollen dort 150 Parkplätze angelegt werden, die laut Herrn Hoops als Rasenfläche ausgebildet werden sollen. Herr Koslowski befürchtet, dass sobald das Vereinshaus errichtet worden ist dort ganzjährig Betrieb vorhanden sein wird.

 

Herr Wilms-Splinter erklärt, dass die Verlärmung und Lichteingriffe bekannt sind und in dem Umweltbericht aufgenommen werden. Des Weiteren soll eine landschaftsgerechte Eingrü­nung erfolgen.

 

Herr Seute verweist auf den alten Rekultivierungsplan. Dieser wird im Rahmen der Verlänge­rung der Abbaugenehmigung angepasst. Herr Seute erklärt, dass durch die geplante Errich­tung des Vereinshauses der Ort Tostedt an Attraktivität gewinnen kann.

 

Herr Voigtländer findet es gut, was der TSV für den Ort unternimmt. Er bittet jedoch darum, keine Rhododendren und andere Ziersträucher für eine landschaftsgerechte Eingrünung anzupflanzen.

 

Herr Holst stellt fest, dass der AKN Bereiche als ökologisch wertvoll ansieht, die ein Laie nicht erkennen kann. Die Fläche, auf der das Vereinshaus errichtet werden soll, ist nicht von ökologischer Wertigkeit. Allerdings hält er den Eingriff durch den perma­nenten Autoverkehr und die Dimension des Vereinshauses für so groß, dass der AKN dieses Vorhaben nur ablehnen kann.

 

Herr Allwardt appelliert an Herrn Hoops, dass Vereinshaus nicht am Baggersee zu errichten, sondern einen anderen Standort zu finden.

 

Herr Seute stellt die Aussage von Herrn Allwardt richtig, dass die angesprochene Ampelan­lage im Kreuzungsbereich Harburger Straße/B 75 nichts mit der erweiterten Nutzung durch das geplante Bauvorhaben des TSV am Baggersee zu tun hat. Des Weiteren erläutert er die Gründe, warum die Umgehungsstraße „falsch“ im RROP eingezeichnet worden ist.

 

Herr Netzel schlägt vor, mit dem Vorentwurf die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung und vorgezogene Behördenbeteiligung durchzuführen. Im Rahmen dieser Verfah­rensschritte wird dann durch die hierzu eingehenden Stellungnahmen ein konstrukti­ver Dialog möglich wer­den.

 

Herr Johannsen hat grundsätzlich Bedenken bei einem Baukörper in dieser geplan­ten Dimension. Allerdings unterstützt der TSV mit diesem Projekt die Gesundheits­förderung, Sport, Spiel und gemeinsame Unterhaltung. Er spricht sich dafür aus den Bebauungs­plan ins Verfahren zu geben.

 

Herr Zahn verliest die Beschlussempfehlungen und lässt hierüber abstimmen.

 


Zu a.):

Beschluss (8 Ja: 1 Nein: 0 Enth.):

 

Mit dem Vorentwurf ist die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 3 Abs. 1 BauGB durchzuführen.

 

Zu b.):

Beschluss (8 Ja: 1 Nein: 0 Enth.):

 

Mit dem Vorentwurf ist die vorgezogene Behördenbeteiligung gemäß § 4 Abs. 1 BauGB durchzuführen.